Als Grenzgänger auf den Spuren der Römer

Als Grenzgänger auf den Spuren der Römer

Meine Wanderung im Zeichen des Limesturms

entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes

Samstag, 25. April 2015

Es stimmt, ich wandere gerne in der [stillen] Natur und betrachte sie mit Staunen und in Ehrfurcht.

Die zwangsläufig dabei immer wieder anzutreffenden  - auch historischen - Orte wecken zudem meine Neugierde, denn sie, dessen Einwohner, ihre Gebäude und oft auch nur deren "Überbleibsel" können hingegen erzählen von ihrem Werden, dem Sein, aber auch ihrem "Vergehen".

Auf meiner letzten, über 5.400 km langen Pilgerreise zu Fuß "Bis ans Ende der Welt" durfte ich dies ausgiebig erleben.
Allerdings gehörte ich leider  - zumindest etappenweise -  auch zu denen, die sich statt auf spirituell-historischem Pilgerweg zwangsweise auf einem erlebnisorientierten "Lemmingtrail" der Tourismusbranche wiederfanden.

Damals beschloss ich, künftig andere Wege gehen zu wollen, um sie mit der hoffentlich vorhandenen Ruhe in gebührender Gelassenheit erkunden und erleben zu können.

Im Rahmen meiner Literaturrecherche hinsichtlich eines "anspruchsvollen" Fernwanderweg las ich irgendwo:


"Wer den Jakobsweg gehen möchte,
der kann auf dem Limesweg schon mal üben!"


Also, warum nicht umgekehrt dachte ich
und so entschied ich mich für den Fernweg am

Obergermanisch-Raetischer Limes


Mein nächst "größeres" Vorhaben sollte also sein,
dem nahezu kompletten Verlauf des Obergermanisch-Raetischen Limes
entlang zu wandern.

Streckenmäßig "nur" etwas mehr als 1/10 meiner letzten Wanderschaft, doch dieses Bauwerk, 2005 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt, markierte über 100 Jahre lang vom Rhein  - beim heutigen Rheinbrohl -  bis zur Donau  - bei Eining -  die künstlich angelegte römische Landesgrenze zum "Barbaricum"

Der Limes durchzog auf einer Länge von ~ 550 km die heutigen Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. [Der Bereich des "Nassen Limes" = Mainlinie: "Großkrotzenburg - Miltenberg" ist dabei nicht berücksichtigt]. 

Diese gesamte, ehemalige Grenzanlage wurde zeitweise von tausenden von Soldaten in Kastellen und vielen Kleinkastellen gesichert; über 900 Wachtürme, jeweils in Sichtweite zu einander, bestärkten die Präsenz Roms!

Nun, da ich mich nicht nur für Caesar, ..., Trajan, ..., Commodus  &  Co. interessiere, sondern das Vorhaben gleichzeitig auch als eine sportliche Herausforderung ansehe [Grenzgänger also im doppelten Sinne  - wo sind meine Grenzen?], wollte ich mich diesen Grenzerfahrungen annehmen.

Begleiten Sie mich also ruhig  - auf den folgenden Seiten - und erleben auch Sie mit mir so ein bisschen von der jeweils durchwanderten Region, erfahren Sie von Land und Leuten und insbesondere von der Historie rund um den Obergermanisch-Raetischen Limes mit der spannenden Schwerpunktfrage: was ist heute, Anfang Mai 2015  - nach nahezu 1800 Jahren -  vom Römischen Imperium und seiner einstigen grenzziehenden Machtdemonstration noch übrig geblieben?


Die "Ränder des Imperium Romanum"

Tacitus erwähnte die Bezeichnung LIMES in seinem Werk GERMANIA das erste Mal und meinte damit die Außengrenzen des Römischen Imperiums.


Diese Urkunde ist im Heimatmuseum
von Großkrotzenburg ausgestellt. 
1987 wurde der Hadrianswall zum Welterbe erklärt.
Es war damit das erste Teilstück der ehemaligen römischen Grenze, das diese Auszeichnung erhielt.

Im Juli 2005 wurde der Obergermanisch-Raetische Limes von dem Welterbekomitee der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen, 2008 folgte der Antoniuswall.

Derzeit bilden sie die ersten drei Teilabschnitte eines vorgesehenen „transnationalen Welterbes“. Ziel dieses Projekts ist, - zunächst - alle europäischen Staaten, durch die der Limes verläuft, mit den auf ihrem Territorium befindlichen Anlagen, in das Welterbe einzubinden; die Vision: unter dem Namen "Grenzen des Römischen Reiches / Frontiers of the Roman Empire“ könnten ihm dann nahezu zwei Dutzend Staaten entlang der über 5.000 km langen Außengrenze des ehemaligen "Imperium Romanum" sowohl in Europa, dem Nahen Osten als auch Nordafrika angehören.




Übrigens:

wären da nicht aktuell die Israelischen Sperranlagen,
eine 759 Kilometer lange und bis zu 9 m hohe Absperrung
entlang der Grenzlinie zwischen Israel und dem Westjordanland,

das amerikanische "Wüstenmonument"  zur mexikanischen Grenze,
...

wäre das Bodendenkmal Nr. 29
in der "Liste der Welterbenstätten Deutschlands",
der "Obergermanisch-Raetische Limes"
mit ~ 550 km das zweit längste Bauwerk der Menschheit, 
übertroffen nur noch von der Chinesischen Mauer.

PS: - auch an ihr kann man entlang wandern!


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Man war, blieb und bleibt mehr als misstrauisch,
seinem „Nachbar“ gegenüber, bis in die JETZT-Zeit.
Die innerdeutschen Wachposten sind glücklicherweise außer Funktion gesetzt, verschwunden, aber …

>>Polen baut Wachtürme an Kaliningrader Grenze <<
Quelle: hier klicken!


>> Ungarn will vier Meter hohen Grenzzaun errichten <<
Quelle: hier klicken!